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Beiträge mit Schlagwort ‘PanikAttacken’

Neuroplastizität – man lernt nie aus

Die medizinische Erkenntnis – das Entstehen und Verbinden von Nervenzellen stoppt mit dem Wachstum des Gehirns in der Kindheit – ist
Nonsens von gestern.

Filme sagten es schon lange – wir benutzen nur einen Bruchteil unseres Gehirns.
Es gibt gute und schlechte GehirnAktivität.

Doch was erst AVATAR dem Normalbürger näher brachte – das Gehirn wächst mit seinen Aufgaben…lebenslang!

Endlich sind auch NeuroWissenschaftler drauf gekommen, weil SchlagAnfallOpfer mit der richtigen Förderung und dem eigenen Ehrgeiz in der SelbstTherapie wieder voll genesen sind.

Medizinische Wunder wie GehirnSchäden, deren FunktionsVerlust wieder antrainiert werden kann…Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen, von denen man sich vollständig wieder erholte…haben bei den Ärzten ein Umdenken bewirkt.Danke_medizinischeWunder-new

Denn nun werden Therapien entwickelt, die Alzheimer, Schizophrenie, Posttraumatische BelastungsStörung aber auch VerhaltensStörungen wie Zwänge oder PanikAttacken, Schuldgefühle oder WutSpiralen heilen oder zumindest so verbessern, dass ein normales Leben wieder möglich ist. Das trifft auch auf Gedankenrasen, unstrukturiertes Denken und weitere unbeherrschbare Fehlfunktionen der Neuronen und Synapsen zu…sie können kontrolliert und gesteuert werden.

Doch zuvor muss man erkennen, dass Neuroplasitzität…das Bilden von Vernetzungen im Gehirn zur Erhöhung der GehirnAktivität…nicht nur positive Effekte hat.
Viele psychische Störungen lassen sich darauf zurückführen, dass das Gehirn durch ein traumatisches Erlebnis, Fehlprägungen oder Krankheit verschiedenste Fehlfunktionen entwickeln kann, weil es zum Beispiel durch ein Blutgerinsel oder mentales Training, Unfall oder Manipulation neurologische Funktionsausfälle oder Überreizung nicht verarbeiten kann.

Wenn ein SchlaganfallPatient das Sprechen verlernt, hilft er sich mit Zeichensprache oder anderen Ausdrucksmitteln…doch eigentlich könnte er wieder sprechen, wenn ihm niemand gesagt hätte, er wäre ein hoffnungsloser Fall.

Wenn ein Soldat nach dem Krieg die schrecklichen Erlebnisse immer und immer wieder durchlebt, wird ihm nicht gesagt, dass sein Gehirn beim Abspeichern der Erinnerung einen Schock erlitt und man ihm helfen kann, die lebensbedrohliche Situation durch eine 2StufenTherapie zu bedeutungsloser Vergangenheit werden zu lassen.

Er wird als chronisch krank eingestuft…wie alle anderen Patienten, deren Gehirn nicht richtig tickt.falsche_Vernetzungen-new

Deshalb arbeiten erste Neurowissenschaftler international zusammen, um erfolgreiche Therapien für neurologische Fehlfunktionen und deren Umprogrammierung zu entwickeln. Es gibt bereits erste Erfolge.

Ob Waschzwang, schmerzhafte Erinnerung, Funktionsausfälle oder Fehlfunktionen…es ist eine Heilung möglich!

Es kostet Mut, Zeit, Durchhaltevermögen und Engagement…aber es lohnt sich.

Selbst, wenn es nicht gelingt, der Alte oder die Frau von früher zu werden…das Leben ist wieder lebenswert mit den 10 Millionen anderen Sachen, die man immer noch erlernen, anwenden und genießen kann.

Das Selbstbewusstsein kommt zurück, wenn man sich nicht aufgibt und einen kompetenten Arzt findet, der sich mit Neuroplastizität beschäftigt und für revolutionäre Therapien offen ist.

Die Verzweiflung verschwindet, wenn man lernt, wie man vom eigenen Gehirn Urlaub machen kann.
Schritt 1 – Man muss sich bewusst machen, dass man überfordert ist.
Schritt 2 – Ein Arzt muss einem erklären, was los ist.
Schritt 3 – Man lenkt sich ab, durch extrem anspruchsvolle Tätigkeiten, die geistige und motorische Fähigkeiten verlangen…z.B. Essen bei einem Film in einer Fremdsprache, Radfahren auf Strecken mit genügend Anspruch, Freunden Zuhören bei einem Spaziergang durch abwechslungsreiches Gebiet, Mitsingen eines großartigen, neuen Liedes mit zu erlerndendem Text, Beobachten von Passanten auf einer Parkbank mitten in der Stadt mit dem Eis oder dem Kaffee in der Hand

Man kann Urlaub von seinem kranken Gehirn machen…es gibt einen Ausweg!

Wenn mir meine Emotionen zuviel werden, schotte ich mich ab und lasse alle Probleme vor der Tür.

Dann ist Schritt 4 dran – Erholung durch Belohnung, weil man so viel durchgestanden hat.
Das kann ein Lieblingsfilm, ein LieblingsAlbum, ein KonzertBesuch oder auch ein gemütliches Entspannungsbad sein, der Kuchen vom Bäcker, das Kerzenlicht beim Essen, ein herausragendes Buch oder das Durchblättern von LieblingsFotos, die Blumen in der Vase, das Kuscheln mit Kuscheltier, Freunden oder Tieren, das Telefonieren mit alten Kontakten, der Besuch beim besten Kumpel oder der Ausflug zu längst ersehnten Zielen.

Wenn man es schwer hat, darf man sich selbst nicht vernachlässigen…man sollte sich was gönnen, um die Belastung auszugleichen und wieder Kraft zu schöpfen.

Und wenn 1 Belohnung nicht reicht, um sich besser zu fühlen?
Dann war das negative Erlebnis schlimmer und man braucht mehrere positive Erlebnisse, um die Balance wieder zu finden.
Loch

Und nach der Erholung kommt Schritt 5 – die ProblemBewältigung…wobei konstruktives Feedback, kompetente Beratung und fremde Erfahrungen oftmals die Schlüssel zu den Türen der Erkenntnis sind, hinter der die gesuchte Lösung verborgen ist.

Hauptsache, man gibt nicht vorher auf. Hier sind zwei Gründe dafür…
Bitte nehmen Sie sich die Zeit – es wird Ihr Leben verändern!

http://www.youtube.com/watch?v=nliIKmBEtTs

http://www.youtube.com/watch?v=kyPpFyrgZAk

Danke, Molchi Henry für das Schicken von Link 1, der mich zu Link 2 führte…
wie schön, dass es dich gibt.

Viel Erfolg allen Betroffenen wünscht

Künstlerin SiM

Verlust, Trauer und Verarbeitung

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Es gibt viele Menschen, die durch einen erlebten Verlust traumatisiert sind und ihr Leben nicht wie bisher weiterführen können.

Es gibt Menschen, die in ihrer Trauerphase daran verzweifeln, dass sie leiden und bei der Arbeit unkonzentriert sind.

Es gibt sogar Menschen, die den Verlust nicht verarbeiten können und tagtäglich mit Ängsten und weiteren DepressionsSymptomen kämpfen müssen oder bestimmte Tage im Jahr als emotionale Krisen empfinden.

All diese Personen motivieren mich, diesen Artikel zu schreiben und die Meinung eines Spezialisten an die Öffentlichkeit zu bringen um schließlich die Hilfe, die ich erfahren durfte auch anderen zukommen zu lassen.

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Ein Verlust ist ein traumatisches Erlebnis, das verarbeitet werden muss, verstanden werden muss und jeder geht auf seine eigene Art mit dem Schmerz und der Wut um – jeder braucht einen ganz individuellen Zeitraum, um mit dem Erlebten klar zu kommen und sein Leben neu zu ordnen.

Vorwürfe, dass es einem nicht gut geht, sind also falsch…jeder hat ein Recht zu trauern! Denn wer verdrängt, wird krank.

Eine Freundin von mir hat die Trennung ihrer Eltern und den PsychoTerror der Mutter mit Alkohol und Arbeit verdrängt…wenn es ihr schlecht ging, machte sie Party und fand sich am nächsten Morgen mit Kater im Bett unbekannter Personen wieder…der Zusammenbruch kommt aller paar Jahre, wenn die Alpträume das Maß des Unerträglichen erreichen…Arbeit war immer wichtiger als Therapie.

Doch eine TraumaTherapie ist innerhalb eines Jahres nach dem Verlust zu beginnen, denn später ist nur noch schwer an die Situation heran zu kommen und die Erinnerungen durch aktuellere Ereignisse verschüttet oder verändert. Ziel der Therapie ist, den Verlust zu verstehen, zu verarbeiten und krankhafte Folgen wie Alpträume, Beziehungsunfähigkeit, Panikattacken und Psychosen vorzubeugen oder zu heilen.

Man erfährt, dass es normal ist, dass es Betroffenen so schlecht geht, ja sogar eine wichtige Phase des Verarbeitungsprozesses ist, einen aber nicht umbringen darf. Verständnis ist wichtig und Klarheit schafft Heilung. Wer seinen Kollegen nicht sagt, was los ist, kann kein Verständnis finden und keinerlei Hilfe bei der Verarbeitung erhalten. Denn beim ersten Mal ist es am Schlimmsten und beim letzten Mal führt es zum psychischen Tod…dabei ist es egal, ob man von einer Trennung, einer Fehlgeburt, einem Mord, einer Krankheit, einem unerfüllten Lebenstraum, einem tiefen Vertrauensbruch oder die vielen anderen Arten von Verlust spricht.

Fakt ist: Verlust führt zu Trauer und Schmerz, was wiederum Ängste auslöst, die in ihrem Maximum sogar zur Lähmung führen können, jedoch dabei das unbewusste Ziel haben, in dem Stillstand über den Verlust, dessen Ursachen aber auch dessen Konsequenzen nachzudenken.

Falls das nicht gelingt, folgen Blockaden und langfristig der psychische Zusammenbruch.
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-Verlust ist wie die Zerstörung des persönlichen LebensPuzzles
-Aufgabe der Trauer ist es, das zerstörte Puzzle wieder aufzubauen
-das Bild (des Lebens) muss neu geordnet werden
-die Lücke muss definiert und ins Leben integriert werden, eventuell mit Ersatz geschlossen werden

Fragen, die du dir stellen solltest…
Wie kam es zum Verlust – die ganze Wahrheit?

Welche Fehler hab ich gemacht und wie kann ich daraus lernen?

Was verlor ich und wie kann ich mit der Lücke leben?

Was kann ich aus dieser Erfahrung lernen?

Was war Positiv, so dass ich es wieder erleben möchte?

Was war Negativ, so dass ich es in Zukunft vermeide?

Welche Erinnerungen möchte ich bewahren?

Welche Ängste habe ich?

Welches Bedürfnis steckt hinter meinen Ängsten?

Ängste führen zu Blockaden, wenn man sich ihnen nicht stellt, verlieren aber an Kraft und Schrecken, sobald man sie eingehend betrachtet. Dies zu lernen, ist mit einem MentalTrainer oder einem Psychologen leicht.
Wenn die Furcht zur Lähmung führt, dient dies dazu, sich von dem Schmerz zu erholen, die Angst langsam abzubauen und die Konsequenzen aus dieser Gefahr für die Seele in das zukünftige Verhalten zu integrieren.

 Angst vor Schmerzen, die einen quälen

Angst allein bleiben zu müssen (Gefahr: Schmerz durch Einsamkeit)

Wut im Stich gelassen worden zu sein

Hilflosigkeit

Verzweiflung

Enttäuschung (Trauer + Wut)

Die größte Gefahr liegt in ExistenzÄngsten wie z.B. ArbeitsplatzVerlust. Diese sind so überdimensional, dass die Gefühle abgespalten werden können und unbewusst zu innerer Unruhe (Nervosität, Unsicherheit) führen und somit die emotionale Stabilität angreifen, vielleicht sogar zerstören.

Eine weitere Gefahr besteht darin, wenn die Lücke nicht ihren Platz in den Lektionen des Lebens findet, sondern alles beherrscht. Entweder führt dies zu Blockaden – wie z.B. Nervenzusammenbrüche und Depressionen – oder selbstverletzendem Verhalten – wie z.B. Wutausbrüche, Diebstahl, exzessives Einkaufen oder Selbstverletzung.

Um den Verlust zu verarbeiten, braucht man Mut und die Bereitschaft sich den Gefühlen zu stellen und die Wahrheit zu ergründen.

Abstand bringt Schmerzlinderung…darum braucht jeder seine eigene Zeit, bis er sich dem Erlebten stellen kann.

Wie groß die Lücke ist, hängt von der Wahrnehmung ab…der erste Verlust ist der Schlimmste…der zweite, dritte, vierte wird zur schmerzhaften Routine und irgendwann kommt der Moment, wo man den Schmerz nicht mehr erträgt und die Konsequenzen zieht und sein Leben radikal ändert.

Bei der Verarbeitung sind 2 Phasen essentiell…

1. VerlustOrientierung (TrauerRituale)

2. NeuOrientierung (Loslassen und Weitermachen)

…die sich wie ein schwingendes Pendel abwechseln und ihren eigenen ZeitBedarf benötigen.

Wenn zu viel von 1. den Alltag bestimmt, verliert man das Leben, was man sich wünscht und wird depressiv.

Wenn zu viel von 2. den Alltag nach dem Verlust bestimmt, folgt die innere Unruhe und Jahre später der psychische Zusammenbruch.

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Ratschläge wie „Andere Mütter haben auch schöne Töchter“ oder „Du hast ja noch Zeit Kinder zu bekommen“ bzw. „Du hast ja noch…“ bringen einen zur Verzweiflung, weil das suggeriert, man könnte sein Lebensglück nur mit Ersatz wieder finden…man wird unbewusst unter Druck gesetzt. Man gerät in Stress, um unterbewusst alles zu tun, um die FremdErwartung zu erfüllen…obwohl man noch gar nicht weiß, was man will…
Will man mit der Lücke leben und mit den schönen Erinnerungen seinen Frieden finden?

Will man einen gleichwertigen Ersatz und das Risiko eines erneuten Verlustes eingehen, um glücklich zu sein, solange die Situation als schön empfunden wird?

Will man einen ungleichwertigen Ersatz und damit neue Freude erleben?

Will man die Lücke mit einem neuen Lebenssinn füllen und aus der Lebenslektion Kraft schöpfen?

Will man die Gefühle in Energie umwandeln und konstruktiv nutzen für Arbeit oder Hobby?

Will man so weiter machen wie bisher und die Fehler wiederholen, weil man noch mehr Erkenntnisse benötigt, um daraus lernen zu können?

Wofür auch immer man sich am Ende entscheidet…bis dahin helfen dem Betroffenen die verständnisvollen Worte…
Dein Verlust ist schlimm und du hast ein Recht zu trauern. Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst. Ich bin für dich da. Vergiss aber nicht, dein Verlust ist auch eine Chance für die Zukunft zu lernen. Es gibt so viel, was das Leben lebenswert macht. Bitte finde zum Sonnenschein zurück und hab die Kraft, die Schatten zu überwinden. Melde dich, wenn du es nicht alleine schaffst…ich lass dich nicht im Stich.

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Meine Trauer erfährt Hilfe in TrauerRitualen. Muss ich etwas Geliebtes loslassen, verabschiede ich mich auf dem Friedhof davon. Muss ich die Qual durchstehen, sehe ich Bilder als ErsatzGenuss, schaue Filme zu dem Thema, die mir helfen zu weinen, höre Musik, die meine Gefühlslage widerspiegeln. Oder ich bastele am Puzzle, klopfe rhytmisch auf Buschtrommeln herum, baue am Vogelhaus, falte OrigamiFiguren o.ä., um mich abzulenken und die Unruhe als Energie in konstruktive Projekte zu stecken. Halte ich das Leid nicht aus, laufe ich und bringe Abstand zwischen mich und den Schmerz oder bitte Freunde, mich durch ihre positiven und negativen Erlebnisse von eigenen Problemen abzulenken.

Der Verlust verschwindet, wenn man einen ähnlichen Ersatz gefunden hat – statt Basketball eben RollstuhlBasketball für den Querschnittsgelähmten, anstatt eigener Kinder eben schöne Erlebnisse mit anderen Kindern, statt einer festen Beziehung mit Zukunft eine lockere Bindung, statt großer Familienfeste lieber eine liebevolle Gemeinde, statt einer Reise eben Dokumentationen und Reiseberichte über Land und Kultur, statt eigenem Partner oder Kind oder Tier eben eine Selbsthilfegruppe oder ein Hilfsprojekt mit anderen Betroffenen – wobei man wieder Freude findet, wenn man akzeptiert, dass keine Gleichwertigkeit möglich ist, der Genuss aber dennoch zufriedenstellend ist.

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Das Leben ist lebenswert und Krisen sind wichtige Lektionen, die zu verstehen manchmal nur mit Hilfe möglich ist.

Viel Kraft dabei wünscht SiM

 

 

Borderliner überall

Durch ein Buch namens Weg aus dem Chaos – Das Hans-mein-Igel-Syndrom oder die Borderline-Störung verstehen erfuhr ich kürzlich, warum überall Destruktivität zu finden ist.

Raser, Süchtige, GewaltTätige, Randalierer, Choleriker, Straftäter, EssGestörte, SexualGestörte, SuizidGefährdete, TatooLiebhaber, EinsamkeitsGequälte, Rücksichtslose, Vandalen aber u.a. auch labile Menschen mit AngstZuständen und depressiven Phasen können Borderliner sein.

Was ist das Borderliner-Syndrom?
Grundsätzlich hat jeder Borderliner ein Problem mit Gefühlen umzugehen, weil er in seinem Säuglingsalter nicht genug Nähe, Schutz und Geborgenheit von seiner Mutter erhalten hat.

Was fast niemand weiß – jedes Baby identifiziert sich bis zur Eigenständigkeit mit der Mutter. Ein Säugling ist nach der Geburt immernoch Teil der Mutter, bis er anfängt, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, sich abzunabeln.

Wenn es nun die Grundbedürfnisse wie im Bauch der Mutter erlebt – Liebe, Nähe, Geborgenheit, Schutz, Wärme, Aufmerksamkeit, Trost, Linderung, Mitgefühl, Vorbild, Wissensvermittlung, soziale Kompetenzen, aber auch gesunde Ernährung und Körperpflege – dann muss dieses menschliche Verlangen erfüllt werden, sonst entsteht ein Borderliner.

Die emotionale Instabilität kann auch genetisch vorprogrammiert sein.
Aber auch später im Leben kann sie noch ausbrechen, wenn traumatische Erfahrungen gemacht werden, die zu viel für die Seele sind.

Was passiert, wenn ein Borderliner entsteht?
Babys kennen anfangs nur zwei Zustände – glücklich und wütend.

Wenn die Eltern jederzeit für das Baby da sind, verstehen, wie hilflos das Baby in einer unbekannten Welt ist und dafür sorgen, dass es sich immer wohl fühlt, dann ist der neue Erdenbürger glücklich wie im Mutterbauch.

Wird es aber allein gelassen, geschlagen, angeschrien oder ignoriert, entsteht Wut, womit das kleine Wesen aber noch total überfordert ist…Wie kann es seine Mutter hassen, wo sie doch der wichtigste Mensch der Welt ist? Wie kann es sich selbst hassen, wo es doch nur das Gefühl Liebe kennt? Wie kann es wütend auf die Person sein, die es abgöttisch liebt, weil es ein Teil von ihr ist, weil es als Ungeborenes perfekt und liebevoll von ihr versorgt wurde, weil es in Zukunft auch so perfekt und liebevoll von ihr versorgt werden möchte? Wie kann es den einzigen Menschen hassen, der bis an sein Lebensende für ihn sorgen soll, ihm alles beibringen soll, immer für ihn da sein soll, sich immer um sein Wohl kümmern soll? Wie kann es den einzigen Menschen hassen, dem es bedingungslos vertraut, von dem es in den nächsten Jahren abhängig ist und mit dem es immer eine besonders starke Verbindung haben wird?

Sobald dieser Konflikt in dem ungeborenen oder geborenen Baby aufkommt, ist es überfordert und spaltet die negativen Gefühle ab, um weiterhin glücklich und unbeschwert sein zu können.

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Es entsteht ein Graben zwischen gut und schlecht, ein Damm zwischen lieb und böse, ein spitzer Berg zwischen Angst und Sicherheit.

Und für den Rest seines bzw. ihres Lebens wird dieser Mensch auf einer schmalen Kante, einer dünnen Linie, einem schiefen Grad wandeln und zwischen schwarz und weiß unkontrollierbar hin und her kippen, immer in den Extremen der Gefühlswelt – ohne Grautöne, ohne Verbindung zwischen den Emotionen, ohne Balance zwischen gut und schlecht, ohne Verständnis dafür, dass positive und negative Gefühle Teil eines großen Ganzen sein können.

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Dieser Mensch pauschalisiert oft Situationen, Emotionen und Erinnerungen…nur was völlig gut oder völlig negativ ist, ist verständlich. Das führt oft zu Missverständnissen, Konflikten und Problemen, wo keine sind.

Darum entwickeln diese Menschen entweder einen starken und ungesunden VerdrängungsMechanismus, werden süchtig nach Drogen, Spielen, Zigarette, Alkohol, Tatoo, Essen, Sport, Arbeit und und und.

Oder sie leben ihre extremen Gefühle aus, bekommen Wutausbrüche oder entwickeln ein Helfersyndrom.

Straftäter wie Einbrecher, Diebe oder Vergewaltiger versuchen einen Ersatz zu finden, für den Verlust, den sie erlitten haben, weil sie vernachlässigt wurden und nehmen sich genauso rücksichtslos das, was ihnen zu steht, obwohl es gegen das Gesetz verstößt.

Schläger – egal ob überforderte Mutter oder prügelnder Hooligan – haben so viel Wut angestaut, über all das Schlechte, was ihnen im Leben zugestoßen ist, dass sie ihre Aggressionen nicht mehr kontrollieren können, wenn die Situation kippt oder die innere Unruhe nicht mehr auszuhalten ist.

Sadisten und Mörder, egal ob Affekt oder geplant, versuchen auf ihren Verlust aufmerksam zu machen, versuchen auf unfähige Art Hilfe zu rufen, versuchen sich an anderen zu rächen, weil sie es nicht an ihren Peinigern können.

Harmlos hingegen sind die Angstgestörten, die Depressiven, die nicht verarbeiten können, was sie erlebt haben, weil es übermenschliches Leid war, unmenschliche Qual. Sie sind Gefangene ihrer Gefühle und versuchen alles, um das Geschehene zu verarbeiten, oft auf dem falschen Weg.

Selbstzerstörer können von harmlos bis gefährlich alles sein. Die einen entwickeln eine Essstörung, weil sie ihre Emotionen nicht verarbeiten können, die anderen vernachlässigen sich selbst, wieder andere fügen sich bewusst Schmerzen zu, sabotieren unbewusst ihr Image oder ihre Beziehungen.
Gefährlich sind die, deren Aggressionen durch Rücksichtlosigkeit ausgedrückt werden…im Straßenverkehr durch Rasen oder als Geisterfahrer, beim Brückensprung auf die Autobahn, beim Sprung auf die Gleise oder beim Amoklauf in der Schule.

Dabei läuft innerlich das Gleiche ab, es fehlen positive Zuwendungen wie Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Verständnis, Mitgefühl, Zuwendung, Unterstützung aber vor allem Hilfe bei Problemen.
Das führt zu einer unerträglichen Masse an negativen Gefühlen in einem undurchschaubaren Gewirr, das man nicht allein unter Kontrolle bekommt.
Angst und Wut, Traurigkeit und Hass, Sehnsucht und Schmerz vermischen sich aus verschiedenen Situationen und werden zu einer riesigen, einer extremen, einer unbewältigbaren Belastung.
Und nach einer Weile der inneren Unruhe und Aufstauung folgt die Überreaktion.

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Borderliner sind sehr sensibel und besitzen sogar manchmal die erschreckende Gabe der Empathie. Sie spüren die Gefühle von anderen wie ihre eigenen, was sie oft überlastet oder bei anderen zu Ablehnung und Missverständnissen führt, wenn diese sich ihrer selbst nicht bewusst sind.

Ihre Gedanken sind sehr kreativ, was sich in einem starken Kopfkino niederschlägt. Dabei werden surrealistische Realitätsbilder erstellt, die den Zweck haben, Ängste, Aggressionen oder Leid aus negativen Prägungen in das aktuelle Geschehen einfließen zu lassen. Eifersucht z.B. entsteht aus einer vertrauensgestörten Prägung mit extremen VerlustÄngsten und sehr großer Wut über unfairerweise erlittene Verluste der Vergangenheit. Dadurch entsteht im schlimmsten Fall ein neuer Verlust, was eine noch stärkere negative Prägung in die Zukunft transportiert und das alles nur, weil das Kopfkino unkontrollierbar ist. Die selbsterfüllende Prophezeihung ist, wenn die Befürchtung zu Verhaltensweisen führt, die dann die Befürchtung wahr werden lassen.

Amokläufer verzweifeln daran, dass sie sich gehasst und abgelehnt fühlen und rächen sich an ihren Peinigern. Selbstmörder entfliehen der Qual und bestrafen damit die ignoranten Vernachlässiger in ihrem sozialen Umkreis. Süchtige sind im AufstauungsModus und versuchen meist erfolglos zu verarbeiten oder zu vergessen.

Und alle haben eins gemeinsam…sie brauchen dringend therapeutische Hilfe. Denn das Borderline-Syndrom ist heilbar, je nach Stärke der Ausprägung!

Wie geht man mit solchen Menschen um?
Borderliner brauchen extrem viel Verständnis, Mitgefühl, Liebe, Hilfe, Unterstützung, Rücksichtnahme, Toleranz, Ehrlichkeit, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Sicherheit, Stabilität, eine für sie sinnvolle Beschäftigung, konstruktives Feedback, Prävention des negativen Verhaltens, Freiheit und Ausgleich durch positive Erlebnisse.

Woran erkennt man, dass man eine Borderline-Störung hat?
Lesen Sie bitte folgende Kriterien durch und zählen Sie mit, wieviele auf Sie zutreffen. Falls Sie 5 erfüllen, sollten Sie besser einen Psychologen aufsuchen.

  1. Ein Muster von instabilen aber intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen, das sich durch einen Wechsel zwischen den beiden Extremen der Überidealisierung und Abwertung auszeichnet.
  2. Impulsivität bei mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Aktivitäten z.B. Geldausgeben, Sexualität, SubstanzMissbrauch, LadenDiebstahl, rücksichtsloses Fahren, EssAttacken, Verzicht auf Nahrung oder Körperpflege.
  3. Instabilität im affektiven Bereich z.B. ausgeprägte Stimmungsschwankungen von der Grundstimmung zur Depression, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Zustände gewöhnlich einige Stunden oder in seltenen Fällen länger als einige Tage andauern.
  4. Übermäßige, starke Wut oder Unfähigkeit, die Wut zu kontrollieren z.B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut oder Prügeleien.
  5. Hohe Schmerzgrenze und Hobbies mit hohem Verletzungsrisiko, bewusstes Suchen von Gefahrensituationen, Leidenschaft für Tättowierungen, Unpünktlichkeit, antiAutoritäre Einstellung oder andere problemfördernde Verhaltensweisen.
  6. Wiederholte SelbstmordDrohungen, -gedanken, -andeutungen, -versuche oder andere selbstverletzende Verhaltensweisen.
  7. Ausgeprägte und andauernde IdentitätsStörung, die sich in Form von Unsicherheit in mindestens zwei der folgenden Lebensbereiche manifestiert: dem Selbstbild, der sexuellen Orientierung, den langfristigen Zielen oder Berufswünschen, in der Art der Freunde oder Partner, in den persönlichen Wertvorstellungen.
  8. Chronisches Gefühl der Leere oder Langeweile.
  9. Verzweifeltes Bemühen, ein reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern.

Warum sollte man eine VerhaltensTherapie machen?
Man erhält die Chance, seine krankheitsbedingten Verhaltensweisen zu verstehen und zu verhindern. Man erfährt, woher das persönliche FehlVerhalten kommt und lernt Alternativen dazu kennen. Man bekommt StabilisierungsMaßnahmen beigebracht und findet Hilfe in ProblemSituationen. Man wird über Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensqualität aufgeklärt und kann aktiv daran arbeiten, sich positiv zu verändern.

Weil die Therapie oft nicht ausreicht oder mit Wartezeiten verbunden ist bzw. einer zeitlichen Befristung unterliegt, entwickelte ich auf Grundlage des Buchs eine Strategie für eine Borderline-Selbsthilfegruppe, deren Wirksamkeit individuell ausgetestet werden muss.

Vier Schritte, die durchlaufen werden sollten

  1. Problem in der Gruppe zugeben und sich allem öffnen
  2. Fragen und konstruktives Feedback der anderen zum Problem mit objektiven Verbesserungsvorschlägen
  3. GruppenHalt durch Akzeptanz, Verständnis oder Respekt
  4. zu absolvierendes Programm zur ZustandsOptimierung
    A ) Ich gebe zu, keine Kontrolle über meine Destruktivität zu haben, bis ich ihr völlig entsage. Denn ich bin Borderliner bis an mein Lebensende. Ich bin süchtig und kann meine Sucht nicht kontrollieren.
    B ) Ich erleide einen Rückfall, wenn ich meine Krankheit vergesse.
    C ) Ich kann nichts für meine Krankheit. Ich muss sie deshalb akzeptieren und mit ihr umgehen lernen.
    D ) Um meine Probleme besser zu bewältigen, vertraue ich auf eine Höhere Macht und werde wütend auf sie – nicht auf mich oder andere – wenn etwas mies läuft.
    E ) Ich stelle mich meinen Problemen, meinem Schmerz, meiner Wut, meiner Qual und kanalisiere sie konstruktiv. Ich belohne mich dafür, so viel Negatives aushalten zu müssen.
    F ) Ich gebe zu, in letzter Zeit / seit meinem letzten Treffen folgende Dinge zerstört und Menschen oder Tiere bzw. Pflanzen verletzt zu haben. Ich übernehme die Verantwortung für meine Taten, weil die Höhere Macht mich stärkt.
    G ) Ich möchte damit aufhören, mich oder andere bzw. sonstiges zu zerstören und bitte dabei um Hilfe.
    H ) Wir begehen Wiedergutmachung – bei unseren Opfern, uns selbst und dem Universum, dessen Teil wir sind. Gutes zu bewirken wird mein Leben verbessern.
    I ) Ich teile meinen Koffer an positiven Erfahrungen mit anderen, damit diese dadurch lernen, negativen Erfahrungen entgegen zu wirken.
    J ) Ich ärgere mich nicht mehr über Dinge, die ich nicht ändern kann. Ich ändere Dinge, über die ich mich ärgere. Ich verzeihe mir, wenn ich nicht schaffe, was ich mir vorgenommen hatte. Ich verdränge nicht mehr, was in mir vorgeht, sondern mache mir dies bewusst und nutze verschiedene Kanäle zur Verarbeitung.
    K ) ich suche den Sinn in meinem Leben, setze alles daran, Erfüllung zu finden und strebe nach Selbstverwirklichung, um mich weiterzuentwickeln.
    L ) das Feedback von anderen stabilisiert mich und gibt mir Kraft mich zu ändern. Ich fordere es ein, falls notwendig, akzeptiere aber auch negative Erfahrungen.
    M ) Ich beginne mich als Individuum zu akzeptieren, meine Schwächen zu Stärken umzuwandeln und meine Stärken zu nutzen, sofern ich niemandem damit schade. Ich fange an, mich trotz meiner krankheitsbedingten Defizite zu lieben.
    N ) Ich erkenne Stressoren und gehe angemessen mit ihnen um. Aktuelle Belastungen destabilisieren mich…
    O ) Ich bin eine zu große Belastung für nur einen Menschen. Wie verteile ich mich sinnvoll? Wo werde ich übermäßig und wo egoistisch in meiner Ertragbarkeit?
    P ) Wo bin ich stehen geblieben in meiner seelischen und emotionalen Entwicklung? Was muss ich noch aufholen? Und wie realisiere ich die fehlende Prägung?
    Q ) Das einzig Stabile ist die Instabilität. Nichts bleibt, wie es mal war. Alles ist in ständigem Fluss. Alles Schlimme vergeht, wenn man geduldig durchhält. Alles Positive verliert an Nichtigkeit, wenn man es richtig zu schätzen weiß.
    R) Wie oft bin ich schon seelisch gestorben? Als Überlebender bin ich stark genug, bei seelischem Tod körperlich am Leben zu bleiben. Ich sterbe nicht durch übermäßige Qual. Der seelische Tod ist ein NeuAnfang ohne den Stressor von zuvor.
    S ) Ich lerne meine eigenen Grenzen kennen und lasse mich ausbremsen, wenn es mir nicht gelingt, sie von selbst einzuhalten.

Viel Erfolg dabei, die positiven Aspekte des Lebens die negativen überwiegen zu lassen

Glücksbringer und Aufklärerin

SiM

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